Killesberghöhe: Meilenstein oder Plattenbau?

Killesberghöhe Stuttgart

(srb) Ende November wurden die ersten Ladengeschäfte im neuen Stuttgarter Stadtquartier „Killesberghöhe“ eröffnet. Zwar sind die Außenanlagen nur halbfertig und die Bauarbeiten noch längst nicht abgeschlossen, aber „es ist ein Meilenstein erreicht“, so der Investor Franz Fürst anläßlich der Eröffnung. Rund 160 Millionen Euro wurden in 4 Jahren Planungs- und 20 Monaten Bauzeit für das anfänglich „Think K“ benannte Projekt ausgegeben. Auf dem Areal zwischen der Stresemannstraße und der Straße Am Kochenhof entstanden sieben Stadthäuser mit 79 Eigentumswohnungen sowie Kindertagesstätte. Hinzu kommen in den benachbarten Gebäuden 33 Mietwohnungen sowie eine komplette Infrastruktur mit Ladengeschäften, Büros, Gastronomie, Ärztehaus und anderen Dienstleistern. Im Untergeschoss sind Tiefgarage und ein direkter Zugang zur Stadtbahn.

Die Killesberghöhe ist ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer international renommierter Architekturbüros: David Chipperfield architects (Berlin), KCAP architects (Zürich), Ortner & Ortner (Berlin/Wien) sowie Baumschlager und Eberle (Vorarlberg). Nicht nur der Investor selbst lobte bei der Eröffnung das Ergebnis, auch OB Dr. Wolfgang Schuster hob die „hohe architektonische Qualität“ hervor. Architekt Ortner sprach von einem „Paradebeispiel für öffentlichen Raum“. Ziel sei es gewesen, die Bauhausarchitektur der nahen Weißenhofsiedlung fortzuführen. Abseits der offiziellen und öffentlichen Äußerungen gibt es aber auch ganz andere Ansichten über das Projekt. Besonders in den Diskussionsforen des Internet fallen phantasievolle Namen: Plattenbausiedlung, Kälteblock, unfreundlich und ohne Flair. „Nicht geschenkt wollte ich da wohnen“, meint ein Diskussionsteilnehmer. Ein anderer bezeichnet die Neubauten als „nackte Schuster-Kommerz-Architektur“.

Galerie Killesberghöhe

Es scheint, als ob die Fortschreibung der in der zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts entstandenen Bauhaus- Architektur nicht so recht gelungen ist. Der erste Blick erweckt eher den Eindruck, als ob die gegenüberliegende Seniorenresidenz „Augustinum“ Pate gestanden hätte. Dieses wirkt allerdings eleganter und hochwertiger. Und vor allem: Die Gebäude des Augustinum sind weniger dicht aufeinander gebaut und wirken dadurch erheblich großzügiger. Unabhängig vom Architekturgeschmack ist die Killesberghöhe deshalb wieder mal ein gutes Beispiel für die Frage, wie dicht oder wie hoch in einer Großstadt wie Stuttgart heute gebaut werden sollte.

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