Starke Preissteigerungen in 2016

(srb) Wer in Stuttgart eine Immobilie kauft, muss tief in die Taschen greifen. So sind die Preise für Bestandswohnungen in 2016 gegenüber dem Vorjahr um 11,32 Prozent gestiegen. Das ist das Ergebnis des aktuellen IVD-Preisspiegels Wohnungseigentum. Auch in den anderen deutschen Großstädten kam es zu deutlichen Preissteigerungen.

Seit 2010 steigen die Immobilienpreise in den deutschen Ballungsräumen und Großstädten. Diese Entwicklung setzt sich nach Angaben des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) auch in diesem Jahr ungebrochen fort. Dabei steigen die Preise für Wohneigentum sogar noch stärker als in den Vorjahren. In den 14 deutschen Metropolen mit mehr als einer halben Million Einwohnern wurden Bestandswohnungen mit mittlerem Wohnwert im Durchschnitt 9,42 Prozent teurer als 2015, wobei die Steigerungsrate im Vorjahr bei 7,5 Prozent lag. Bei Wohnungen mit gutem Wohnwert lag die Steigerung in 2016 sogar bei durchschnittlich 11,6 Prozent. Die höchsten Preissprünge im mittleren Segment gab es in Frankfurt (18,82 Prozent), Köln (15 Prozent) und Stuttgart (11,32 Prozent). Daraus ergibt sich für die Schwabenmetropole aktuell ein Quadratmeterpreis von 2.950 Euro für eine durchschnittliche Eigentumswohnung. Erfasst wurden  vom IVD 370 bundesdeutsche Wohnungsmärkte. Tendenziell lässt sich dabei feststellen, dass die Steigerungsraten analog zur Größe eines Marktes höher oder niedriger sind. So lagen diese in Städten unter 30.000 Einwohnern  nur bei knapp 4 Prozent.

Quelle: IVD.net

Quelle: IVD.net

Politik hat spät reagiert

„Ein wichtiger Grund dafür ist die Wohnraumknappheit“ kommentiert IVD-Präsident Jürgen Michael Schick die Preissprünge in den Großstädten. Immer mehr Menschen ziehe es dorthin und die Politik habe viel zu spät auf die sich andeutende Wohnraumknappheit reagiert. „Die Folgen dieses verschleppten Wohnungsbaus spiegeln sich in den gestiegenen Preisen wieder“, so Schick weiter. Eine zentrale politische Schlussfolgerung der Analyse ist für den Maklerverband, dass Wohneigentum stärker gefördert werden müsse. Allerdings wird auch noch ein weiterer Grund für die Entwicklung in den letzten Jahren genannt: Die Niedrigzinspolitik der Zentralbank und damit das Fehlen alternativer Investitionsmöglichkeiten für Kapitalanleger.

Stabiler Preistrend im Neubau

Im Gegensatz zu Gebrauchtwohnungen zeichnet sich im Segment Neubauwohnungen ein relativ stabiler Preistrend ab. Wie im Vorjahr liegt hier die Steigerungsrate bei 6 Prozent, in einigen kleineren Märkten sogar darunter. Für alle größeren Märkte hält Jürgen Michael Schick „dringend mehr Neubau erforderlich“, damit das Angebot die Nachfrage decken kann. Die Preise für Einfamilienhäuser sind ebenfalls in fast allen Stadtkategorien wesentlich stärker gestiegen als im Vergleichszeitraum. Mit 6,41 Prozent waren die Anstiege in Städten mit 250.000 bis 500.00 Einwohnern am höchsten. Der Durchschnittspreis für eine solche Immobilie liegt in Großstädten bei knapp 400.000 Euro. Als günstige Alternative dazu gelten Reihenhäuser, die aber ebenfalls preislich kräftig zugelegt haben. Das Preisniveau liegt hier bei knapp 300.000 Euro.

Erschwinglichkeitsindex“ ist entscheidend

Trotz der starken Preissteigerungen hält der Immobilienverband Deutschland Wohneigentum heute für erschwinglicher als in früheren Jahren. Grund dafür ist der sogenannte „Erschwinglichkeitsindex“ des IVD. Dieser setzt sich aus den Faktoren Kaufpreise, Löhne und Zinsniveau zusammen und gibt Auskunft darüber, inwieweit für einen durchschnittlichen Haushalt der Erwerb eines Einfamilienhauses möglich ist. Dieser Indexwert lag vor zehn Jahren unter 100 und steht aktuell beim Höchststand von 143. Hintergrund sind das historisch niedrige Zinsniveau und die stark gestiegenen Löhne. Dies führt dazu, dass Einfamilienhäuser noch nie so erschwinglich waren wie heute.

Kommentare

  1. klebefolie hat kommentiert:

    Sehr interessanter Artikel. Hoffe Sie veröffentlichen in regelmäßigen Abständen solche Artikel dann haben Sie eine Stammleserin gewonnen. Vielen dank für die Informationen.

    Gruß Anna

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