Frühjahrsgutachten 2018: Deutschlands Immobilienmärkte stabil

(srb) Trotz einer historisch hohen Nachfrage und einer zunehmenden Verknappung bei Wohn- und Gewerbeimmobilien entwickeln sich die deutschen Immobilienmärkte anhaltend stabil. Die Zeiten heftiger Preissprünge dürften allerdings erstmal vorbei sein. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle ZIA-Frühjahrsgutachten 2018.

„Die gute Nachricht unseres diesjährigen Frühjahrsgutachtens ist zweifelsfrei, dass es den deutschen Immobilienmärkten sehr gut geht“, so Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, dem Spitzenverband der Immobilienwirtschaft in Deutschland. Trotz der starken Bevölkerungsentwicklung in Ballungsgebieten, dem anhaltend niedrigen Zinsniveau und politischer Instabilitäten sei die Marktentwicklung stabil, „die Party aber noch nicht vorbei“.

Laut Gutachten sind die Wohnungsmieten im vergangenen Jahr mit 4,3 Prozent etwas stärker als im Jahr davor angestiegen, während der Anstieg der Kaufpreise mit 7,9 Prozent leicht rückläufig war. Für diese immer noch rasanten Verteuerungen wird vor allem die zu geringe Bautätigkeit in Ballungsgebieten verantwortlich gemacht. Stark preistreibend wirkt aber auch die Steigerung der Herstellungskosten durch Energievorschriften, kommunale Auflagen und technische Normen, die bereits 2015 auf etwa 30 Prozent geschätzt wurden. Darüberhinaus sind Kommunen gefordert, eine aktivere Flächenpolitik zu betreiben. Dies könnte beispielsweise durch die Ausweisung neuer Flächen, eine schnellere Bearbeitungszeit für Baugenehmigungen oder eine Änderung der Bebauungsart gelingen.

Wohnungsangebot wächst

Der mittlere Wohnungsmietpreis lag im Berichtsjahr 2017 deutschlandweit bei 7,46 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei Eigentumswohnungen lag das bundesweite Mittel bei 2.120 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Dazu erklärt Prof. Dr. Harald Simons, Vorstand der empirica AG, der im Frühjahrsgutachen die Wohnungsmärkte analysiert: „Die Zeiten der stürmischen Entwicklung sind in Münschen, Berlin und Stuttgart zu Ende gegangen. In Hamburg, Frankfurt, Köln und Düsseldorf ist dies bislang nicht der Fall, aber eine Abschwächung ist auch hier gut möglich“. Die Zuwanderung insbesondere nach München, Berlin und Stuttgart habe sich beruhigt. Gleichzeitig wachse das Wohnungsangebot kräftig, da sich die Baugenehmigungen der letzten Jahre nun durch höhere Fertigstellungszahlen bemerkbar machen. „Der nunmehr seit 8 Jahren andauernde Kauf- und Mietpreisanstieg dürfte bald zu Ende sein“, so der Experte. Unter anderem für Stuttgart rechnet Prof. Simons sogar mit einem Kaufpreisrückgang.

Investitionschancen in Mittelstädten

Abseits der Großstädte bieten auch viele Mittelstädte Chancen für erfolgreiche Investments in Wohn- oder Gewerbeimmobilien. Dies zeigt im diesjährigen Frühjahrsgutachten das Sonderkapitel zu „Investitionschancen in Großen Mittelstädten“. Für 10 solcher Kommunen, die die beste Entwicklungsdynamik aufweisen, wurden Investitionschancen näher analysiert.  Mit nur einer Ausnahme weisen diese Städte attraktive Investitions- und Rendtechancen auf: Während die durchschnittliche Nettoanfangsrendite in den sogenanten A-Städten bei 2,8 Prozent liegt, können in den untersuchten Mittelstädten – wie beispielsweise Tübingen- immerhin 3,4 Prozent Anfangsrendite erzielt werden. „Angesichts des hisorisch starken Investorenwettbewerbs in den deutschen A-Städten lohnt sich der Blick in prosperierende Mittelstädte“, so das Fazit der Studie.

Kommentare

  1. Ella hat kommentiert:

    Hallo,

    danke für diesen Text und ihren tollen Blog. Doch wenn ich mir die Mietpreise in Berlin anschaue, kann man nicht von einem stabilen Immobilienmarkt ausgehen.

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